Der Beitrag des Feinsteinzeugs zu einer nachhaltigen Planung

Mit einer nachhaltigen Architektur die Zukunft gestalten und die Vergangenheit renovieren. Wir sprechen mit Marco Imperadori, ordentlicher Professor für Planung und technologische Innovation am Polytechnikum Mailand.
Der Beitrag des Feinsteinzeugs zu einer nachhaltigen Planung

Die Entwicklung der urbanen Sprache der letzten Jahre spiegelt die Komplexität und die Widersprüche der Architektur unseres historischen, sozialen und kulturellen Kontexts auf anschauliche Weise wider. Städte ändern ihr Gesicht und erfahren Phasen des Aufbaus und der Regeneration, in denen die Gebäude zu temporären (und in immer größerem Maße zeitlosen) Bezugspunkten eines ideellen Plans werden, der eine bessere Lebensqualität der Bewohner anstrebt.Ein in stetiger Bewegung befindliches Szenario also, das immer wieder neue Bedürfnisse erfüllt, aber seine Stabilität und Exzellenz in der Innovation und in der Suche nach einer größeren architektonischen Nachhaltigkeit findet. Über dieses Thema haben wir mit Marco Imperadori gesprochen, Ingenieur und ordentlicher Professor für Technologische Planung und Innovation am Polytechnikum Mailand.
 

ENTDECKEN SIE DIE VORTEILE DER KERAMIK

Was bedeutet Nachhaltigkeit in Architektur und Bauwesen?
Nachhaltigkeit... Das klingt oft wie ein Zauberwort, das jeder so auffasst, wie es ihm gefällt. Für mich ist sie ein sehr konkretes Konzept, das quantitativ messbar und unabdingbar ist. Jede Architektur, jedes Bauwerk sollte in seiner Gesamtheit und in den Materialien der einzelnen Elemente ökologisch, wirtschaftlich sowie ästhetisch nachhaltig sein. Wir wissen, dass 40 % des gesamten Energiebedarfs des Planeten von Gebäuden verursacht werden. Das macht nachhaltiges Planen und Bauen zu einer Pflicht. Hierzu eignen sich alle Materialien und alle architektonischen Formen, vorausgesetzt, sie sind unter Berücksichtigung von Lage und Klimaverhältnissen sinnvoll. Ebenso wie jede Strategie, die dem Konzept der Kreislaufwirtschaft „Cradle to Cradle" (mit Recycling und Wiederverwendung) entspricht.

FEINSTEINZEUG IST ÖKOLOGISCH

 

Inwieweit ist Feinsteinzeug das richtige Material für nachhaltige Gebäude?
Feinsteinzeug ist ein extrem stabiles und langlebiges Material. Das sind wichtige Eigenschaften für eine Strategie der Nachhaltigkeit, in deren Rahmen der Bedarf an Instandhaltungsarbeiten oder dem Austausch von Bauteilen so gering wie möglich sein sollte. In Innen- wie in Außenbereichen, an der Wand wie am Boden. Es handelt sich außerdem um ein Material, das durch italienische Qualitätsarbeit, Innovationsgehalt und „Customizing" überzeugt.
Vergessen wir nicht, dass Feinsteinzeug eine ganze Reihe von Eigenschaften aufweist, die es mit den wichtigsten internationalen Bewertungsprotokollen für umweltfreundliche Gebäude konform machen, und dass die italienischen Hersteller diesbezüglich über alle Zertifizierungen verfügen.

FEINSTEINZEUG IST BESTÄNDIG

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Ganze Stadtteile wachsen inzwischen nur noch in die Höhe: Welche Faktoren sind bei der Planung zu berücksichtigen, um eine größere Energieautonomie zu erreichen?

Die Baudichte ist angesichts kontinuierlich zunehmender Einwohnerzahlen in den Städten und der Notwendigkeit, den Boden und seine Durchlässigkeit zu bewahren, ein wichtiges Thema. Hochhäuser bringen jedoch eine Reihe struktureller Restriktionen mit sich, sowie Anforderungen hinsichtlich Brandschutz, Energieverbrauch, Komfort etc., die sorgfältig bedacht werden müssen.
Was die Energieautonomie betrifft, spielen die Leistungen der Gebäudehülle (Isolierung und Schalldämmung) in allen vier Jahreszeiten eine wichtige Rolle. Ein weiterer, wesentlicher Aspekt sind die Türen, Fenster und Sonnenschutzelemente. Und nicht zuletzt die Möglichkeit, mit auf dem Dach oder an einigen Fassaden angebrachten und in das Gesamtbild integrierten Elementen (Photovoltaik, Solarthermie, Mikrowindkraft) Energie zu erzeugen.

FEINSTEINZEUG IST SICHER

Was bringen hinterlüftete Fassaden für die Energieeffizienz? Sind sie eine sinnvolle Lösung?

Hinterlüftete Fassaden sind zweifellos eine gute Lösung, um in der Übergangszeit oder im Sommer die von außen einwirkenden, thermischen Belastungen zu reduzieren. Der hinter der Belüftungskammer befindliche Bereich muss gut isoliert sein, und die Fassadenverkleidung darf nicht schwer sein. Aber ganz besonders muss der Planer auf den Brandschutz achten: eine falsche oder gar fehlende Planung hat bereits zu schweren Unglücksfällen geführt. Der Luftraum muss korrekt bemessen sein; das Isoliermaterial ist soegfältig zu wählen und ebenso die Außenverkleidung, die möglichst nicht brennbar sein sollte. Auch hier eignet sich Feinsteinzeug besonders gut, da es absolut feuerbeständig ist und selbst durch offene Flammen oder Wärmequellen keinen Schaden nimmt.

FEINSTEINZEUG IST GESUND

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Wie und in welchem Maße wirken sich Fassadenverkleidungen auf die Landschaft aus, die nicht nur vor der Witterung schützen, sondern auch prägende Elemente bei der (Neu-)Gestaltung des Stadtbilds darstellen?
Fassadenverkleidungen beeinflussen zweifellos den Kontext, in dem sie installiert werden. Ob dieser Einfluss positiv oder negativ ist, hängt vom Projekt (und vom Planer!) ab. Zunächst ist zwischen dem historisch-monumentalen Kontext und jenem der bewohnten Altstadt zu unterscheiden. Ich persönlich befürworte die Dialektik zwischen modernen Materialien bzw. „Außenhäuten“ und dem historischen Kontext. Wie in einem gelungenen Projekt bringen sich beide gegenseitig positiv zur Geltung. Wenn wir an die klassischen Gebäude aus den 1960er Jahren bis 2000 (der große Teil der heutigen Bausubstanz) denken, ist das Potenzial der sowohl energieeffizienten als auch optischen Sanierung ansonsten solider und leistungsstarker Strukturen sehr groß.

 

Was sind die Hauptargumente gegen den Einsatz nachhaltiger Technologien?
Vor allem in Italien sind die Einwände hauptsächlich kultureller Art. Unsere beeindruckende, unvergleichliche Vergangenheit ist oftmals ein Hemmschuh für Planer wie für Bauunternehmen, die lieber auf Nummer Sicher gehen und gewohnte Lösungen bevorzugen, statt auf nachhaltige Innovation zu setzen. Auch die energiepolitische Lage im In- und Ausland spielt eine Rolle, denn das derzeitige Erdöl-Preistief spornt gewiss nicht dazu an, auf nachhaltige und energiesparende Technologien zu setzen.
Zum Glück empfinden manche Planer und viele Kunden diese jedoch angesichts des offensichtlichen Klimawandels sowie der immer weniger lebenswerten und immer stärker verschmutzten Städte als moralische Notwendigkeit. So wie sich immer mehr Menschen für das Elektroauto oder das Car Sharing entscheiden, können wir hoffen, dass auch für Wohnungen und Arbeitsplätze verstärkt verantwortungsbewusste Entscheidungen getroffen werden (wie es bereits beim Kauf von LED-Lampen sowie von Kühlschränken und Spülmaschinen der Energieeffizienzklasse A+++ der Fall ist). In diesem Zusammenhang halte ich die Ideen der Active House Alliance (www.activehouse.info), in der ich das Polytechnikum Mailand vertrete, für ausgesprochen interessant und innovativ.

 

 

 

 

Der Beitrag des Feinsteinzeugs zu einer nachhaltigen Planung
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Marco Imperadori ist Ingenieur, ordentlicher Professor am Polytechnikum Mailand für „Planungswesen und technologische Innovation“ an der Fakultät Bauingenieurswissenschaft und Architektur, Asienreferent des Rektors, Gastprofessor an der USJ Macau, Inhaber des Mailänder Planungsbüros Atelier 2 sowie Mitglied zahlreicher Ausschüsse für Nachhaltigkeit und Innovation.

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