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Trend

Moderner offener Raum

Materialkontinuität und gestalterische Übergänge

05 October 2026

Ein moderner offener Raum entsteht nicht einfach durch das Entfernen der Wände. Er ist ein räumliches System, in dem Funktionen, Wege und visuelle Beziehungen lesbar bleiben müssen, auch wenn klare Trennungen fehlen. Das Projekt muss daher Hierarchien aufbauen und dabei Offenheit, Privatsphäre, Komfort und Interaktionsmöglichkeiten modulieren.

InWohn-, Büro- und Hospitality-Räumen,antwortet dieser Ansatz auf die Nachfrage nach flexiblen Räumen, die sich im Lauf des Tages und über die Zeit an unterschiedliche Nutzungen anpassen können. Kontinuität muss mit der Wiedererkennbarkeit der einzelnen Bereiche zusammengehen; zu vermeiden sind sowohl Zersplitterung als auch die Wirkung eines gleichförmigen Raums ohne Bezugspunkte.

Es ist ein Gleichgewicht, das für die Arbeit von Architekten und Interior Designern zentral ist, aber auch die Fähigkeit einer Immobilie beeinflusst, neue Konfigurationen ohne invasive Eingriffe aufzunehmen. Oberflächen, Licht, Einrichtung und architektonische Details werden so zu Werkzeugen, um Funktionen zu organisieren, Wege zu lenken und die Stimmigkeit des Ganzen zu bewahren, auch wenn sich der Grundriss verändert.

Wie man einen offenen Raum ohne Wände gliedert

Einen offenen Raum ohne Wände zu gliedern bedeutet, die verschiedenen Funktionen erkennbar zu machen, ohne die visuelle Kontinuität und die Bewegungsfreiheit zu unterbrechen. Die Trennung entsteht aus dem Zusammenspiel von Oberflächen, Einrichtung, Licht und leichten Elementen, die jeweils ein anderes Maß an Offenheit, Orientierung und Privatsphäre einbringen.

Eine erste Hierarchie kann den Materialien anvertraut werden. Variationen von Format, Verlegerichtung, Farbton oder materialbetonter Wirkung helfen dabei, einen Arbeitsbereich, eine Gesprächszone oder einen Wartebereich zu bestimmen, sofern sie der Geometrie des Raums und der Logik der Wege folgen. Ein rein dekorativer Wechsel dagegen droht die Oberfläche zu zersplittern und die Gesamtlesbarkeit des Raums zu schwächen.

Eine zweite Hierarchie lässt sich über Einrichtung und ausgestattete Elemente aufbauen. Doppelseitige Bücherregale, Stauraumsysteme, Sitzgelegenheiten und Tresen definieren Zwischenschwellen, lenken die Flüsse und filtern die Blickachsen, ohne dauerhafte Trennungen einzuführen. Ihr nicht tragender Charakter erlaubt zudem, die Aufteilung im Lauf der Zeit leichter neu zu konfigurieren und dabei die allgemeine Struktur des Raums zu bewahren.

Das Licht vervollständigt diese Organisation. Eine diffuse Beleuchtung stützt die Einheit des Raums, während punktuelle Leuchten, Pendelleuchten und Intensitätsvariationen Tische, Desks, Lounge-Bereiche und Wege hervorheben. Wenn eine deutlichere Trennung nötig ist, Glaswände, leichte Raumteiler, technische Vorhänge und Schiebepaneele ermöglichen die Kontrolle von Blicken, Geräuschen und Zugängen, ohne die Wahrnehmung der Weite zu beeinträchtigen.

Übergänge zwischen Räumen und Kontinuität des Bodens

Die Übergänge zwischen Räumen sind die Punkte, an denen der offene Raum die Qualität des Projekts offenbart. Sie betreffen nicht nur den Wechsel von einer Funktion zur anderen, sondern auch die Art, wie sich Maßstab, Atmosphäre, Nutzungsintensität und Verhältnis zum Licht verändern. Sie müssen daher gemeinsam mit dem Grundriss, den Hauptwegen und den Blickachsen definiert werden, damit sie nicht zu Anschlüssen werden, die erst in der Ausführungsphase gelöst werden.

Die Kontinuität des Bodens ist eines der unmittelbarsten Mittel, um einen Raum zu vereinheitlichen. Eine stimmige Oberfläche – ein fugenloser Fußboden mit fugenlosen Fliesen – kann die Wahrnehmung des Ganzen erweitern und die Verbindung zwischen Küche, Wohnbereich, Eingang und Gemeinschaftsflächen fließender machen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, nur einen Effekt oder eine Farbe zu verwenden: abgestimmte Variationen, kompatible Formate und koordinierte Oberflächen erlauben es, Unterschiede einzuführen und dabei eine lesbare Beziehung zwischen den Teilen zu bewahren.

In diesem Zusammenhang erlaubt Feinsteinzeug die Arbeit an der Kontinuität über eine große Vielfalt an materialbetonten Effekten, Formaten und Oberflächen. Die Möglichkeit, Böden, Wandfliesen und Einrichtungselemente zu koordinieren, erlaubt es, dieselbe Sprache auf horizontale und vertikale Flächen auszudehnen und so einheitliche, aber nicht undifferenzierte Räume zu schaffen.

Der Ansatz One Space von Atlas Concorde interpretiert diese Logik, indem er keramische Oberflächen und Einrichtungselemente in einem koordinierten System zueinander in Beziehung setzt. Kontinuität hängt daher nicht von der unterschiedslosen Wiederholung desselben Materials ab, sondern vom Dialog zwischen Elementen mit unterschiedlichen Funktionen, die Teil ein und derselben gestalterischen Identität sind.

Das Design für Innenschwellen betrifft nicht nur die Definition einer Anschlusslinie. Wenn ein Wechsel der Oberfläche nötig ist, kann sich der Übergangspunkt an einer Insel, einem Raumteiler, einer abgehängten Decke oder einer Veränderung der Beleuchtung ausrichten und Teil der Komposition werden. Stärken, Fugen, Verlegerichtung und Anschlüsse müssen koordiniert bewertet werden: Die visuelle Kontinuität hängt auch von der korrekten Lösung der technischen Details ab.

Boden und Wandfliesen können so ergänzende Rollen übernehmen. Eine durchgehende Basis bewahrt die Einheit, während eine Wand aus Feinsteinzeug, ein materialbetonter Hintergrund oder ein verkleidetes Volumen eine Funktion kennzeichnet und einen Blickfang setzt. In stark frequentierten Kontexten muss die Auswahl der Oberflächen zudem ästhetisches Ergebnis, Nutzungsbestimmung, geforderte Leistung und Bewirtschaftung ausbalancieren und Entscheidungen vermeiden, die allein vom Bild bestimmt sind.

Offener Raum: Wohn-, Workplace- und Hospitality-Projekte

In Wohn- und Gemeinschaftsbereichen muss der offene Raum Orientierung, Komfort und Wiedererkennbarkeit vereinen. Die Materialkontinuität wird wirksam, wenn sie die Lesbarkeit des Raums erleichtert, die Flüsse begleitet und Bereiche mit unterschiedlicher Nutzungsintensität in Beziehung setzt.

Eine klare und rekonfigurierbare Aufteilung erleichtert zudem die Anpassung der Immobilie an unterschiedliche Anforderungen und begrenzt den Bedarf an baulichen Veränderungen. Die Langlebigkeit eines Raums hängt von der Fähigkeit seiner Materialien ab, Nutzungsänderungen und Aktualisierungen im Lauf der Zeit zu tragen, ohne invasive Eingriffe zu erfordern.

Offene Küche und Wohnzimmer planen: Kontinuität zwischen den Funktionen

In Wohnräumen und insbesondere bei Projekten mit offener Küche und Wohnzimmer wird die Grenze zwischen den beiden Funktionen nicht gelöscht, sondern durch eine abgestimmte Regie aus Oberflächen, Volumen und Licht lesbar gemacht. Wer eine offene Küche planen will, kann dem Boden die grundlegende Kontinuität anvertrauen – mit denselben modernen Wohnzimmerfliesen, die beide Bereiche durchziehen –, während die Insel, die ausgestatteten Möbel oder die Lichtvariationen Schwellen einführen, die Flüsse lenken und das Verhältnis zum Wohnbereich modulieren, ohne die einheitliche Wahrnehmung des Raums zu unterbrechen.

Workplace: Hierarchien und Wege in einem geteilten Raum

Im Workplace kann eine durchgehende Oberfläche Eingang, Kollaborationsflächen, Büros und Serviceräume verbinden, während materialbetonte und kompositorische Variationen die wichtigsten Übergänge markieren. Das Montana Business Center in Ljubljana zeigt, wie der Bodenbelag an der Definition der Gebäudeidentität mitwirken kann.

In der Eingangshalle zeichnen helle und dunkle Oberflächen aus Feinsteinzeug in Marmoroptik ein Geflecht, das in großem Maßstab lesbar ist; in den Büros bewahren andere materialbetonte Sprachen das Gesamtregister und passen es an die Eigenschaften der verschiedenen Räume an. Die Oberflächen werden so zu einem Element der Verbindung zwischen der horizontalen Entwicklung der Räume und der Vertikalität der Architektur.

Der gestalterische Wert liegt nicht in absoluter Gleichförmigkeit, sondern in der Möglichkeit, eine Familie wiedererkennbarer Räume zu schaffen.

Hospitality: Erlebnisse unterscheiden, ohne die Einheit zu verlieren

In der Hospitality müssen Lobby, Lounge, Zimmer und Servicebereiche eigene Charaktere besitzen und zugleich Teil desselben Erlebnisses bleiben. Paletten, Oberflächen und Einrichtung können eine visuelle und wahrnehmbare Kontinuität aufbauen, während Licht und Details Variationen einführen, die den Funktionen und den unterschiedlichen Momenten des Aufenthalts entsprechen.

Im Doryssa Theorem Hotel wird Feinsteinzeug in Travertinoptik in den Gemeinschaftsbereichen, den Zimmern und den Bädern eingesetzt. Der warme Farbton und die gestreifte Zeichnung definieren einen stimmigen Hintergrund, der mit Weiß-, Schwarz- und Holztönen in Beziehung gesetzt wird. Böden, Wandfliesen und Einrichtungskomponenten sind so Teil eines integrierten Systems, ohne den Charakter und die Funktion der einzelnen Räume aufzuheben.

Ein zeitgenössischer offener Raum ist dann gelungen, wenn die Kontinuität die Unterschiede nicht beseitigt, sondern organisiert. Die Qualität entsteht aus der Kontrolle der Übergänge, aus der Übereinstimmung zwischen Oberflächen und Nutzungsbestimmung und aus der Fähigkeit des Raums, sich im Lauf der Zeit anzupassen – unter Bewahrung von Lesbarkeit, Identität und Stimmigkeit.

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